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Über 110 neue Arten in der Tiefsee des Korallenmeers — am Ende könnten es über 200 sein

Quelle: Ocean Census / CSIRO — More than 110 new Species from the Coral Sea DiscoveredOriginal lesen →
Tiefseeforschung im Korallenmeer. Bild: CSIRO / Ocean Census

Zahlen aus der Tiefsee des Korallenmeers

Der Coral Sea Marine Park vor der Nordostküste Australiens erstreckt sich über rund eine Million Quadratkilometer. Doch seine Tiefseefauna war kaum erforscht.

Ende 2025 lief das CSIRO-Forschungsschiff RV Investigator aus.

Eine 35-tägige Expedition.

Tiefen von 200 bis 3.000 Metern.

Das Team untersuchte Seeberge, Atolle und unerforschte Tiefenriffe.

Bisher bestätigte neue Arten: über 110.

Die Zahl wächst weiter. Sobald kryptische Arten analysiert sind, könnte die Gesamtzahl 200 übersteigen.

Bemerkenswerte neue Arten

Hier einige der herausragenden Entdeckungen.

Tiefsee-Katzenhai (Gattung Apristurus)

Seitenansicht einer neuen Tiefsee-Katzenhai-Art (Gattung Apristurus)
Neuer Tiefsee-Katzenhai (Gattung Apristurus). Bild: CSIRO

Ein kleiner Hai, der in mehreren hundert Metern Tiefe auf dem dunklen Meeresboden lebt. Haie sind eine relativ gut erforschte Gruppe, dennoch tauchen neue Arten auf. So groß ist die Tiefsee.

Zwei neue Rochen (Gattungen Urolophus und Dipturus)

Dorsalansicht einer neuen Rochenart (Gattung Urolophus) mit Schmetterlingsmuster
Neue Rochenart (Gattung Urolophus). Bild: CSIRO
Dorsalansicht einer neuen Rochenart (Gattung Dipturus) mit dreieckigem Schwanz
Neue Rochenart (Gattung Dipturus). Bild: CSIRO

Die neue Urolophus-Art trägt ein schmetterlingsartiges Muster. Die Dipturus-Art besitzt einen markanten dreieckigen Schwanz. Beides sind bemerkenswert seltene Funde unter Tiefseerochen.

Quallen, Asseln und der Sandtigerhai

Aus dem Korallenmeer gesammeltes Quallenexemplar
Neue Quallenart aus dem Korallenmeer. Bild: Alison Miller
Aus dem Korallenmeer gesammeltes Asselexemplar
Asselexemplar. Bild: CSIRO / Michela Mitchell

Es sind nicht nur Fische. Schlangensterne, Krabben, Seeanemonen, Schwämme. Auch neue Arten von Asseln und Quallen wurden bestätigt.

Am Mellish-Seeberg erschien ein Sandtigerhai (Odontaspis ferox) vor der Tiefseekamera. Eine Art, die selten gesichtet wird.

Was die Forschenden sagen

Während der Expedition war es unglaublich, auf Seebergen, Atollen und unerforschten Tiefenriffen so viele einzigartige Tiefseelebewesen zu beobachten.

— Dr. Will White (CSIRO, Fahrtleiter)

Aus Proben Wissen zu machen, erfordert taxonomisches Fachwissen. In jeder Gruppe der Wirbellosen kommen Entdeckungen aus tieferen Gewässern ans Licht.

— Dr. Candice Untiedt (CSIRO)

Die Taxonomen geben die Artdaten direkt in die Ocean-Census-Biodiversitäts-Datenplattform ein. So werden hochwertige Daten in Echtzeit weltweit zugänglich.

— Dr. Michelle Taylor (Ocean Census)

Australiens größte Taxonomie-Workshops für Meerestiere

Die gesammelten Proben wurden quer durch Australien verteilt — in die nationale Fischsammlung des CSIRO und die Landesmuseen.

Dr. Will White nennt die Workshops ‚wahrscheinlich die größten taxonomischen Workshops für Meerestiere, die je in Australien durchgeführt wurden'. Die 110 Arten sind erst der Anfang. Die Analysen laufen weiter, die endgültige Zahl wird noch steigen.

Mehr zu Ocean-Census-Tiefseeerkundungen: ‚JAMSTEC und Ocean Census erkunden den Nankai-Trog und die Shichiyou-Seeberge'.

Anmerkung des Autors: Die Zahl ‚über 110 Arten, Tendenz steigend' fühlte sich anfangs nicht real an.

Doch dann erfuhr ich, dass selbst bei Haien und Rochen — relativ großen, gut erforschten Tieren — neue Arten dabei waren. Ein einzelnes Forschungsschiff, das eine Million Quadratkilometer Ozean erkundet: Das allein ist beeindruckend.

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深海ログ編集部

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