AMOC-Zusammenbruch könnte Südozean zur CO₂-Quelle machen — Simulation zeigt 0,2 °C Zusatzerwärmung

Forscher des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) simulierten die Folgen eines Zusammenbruchs der Atlantischen Meridionalen Umwälzzirkulation (AMOC) — dem großen Strömungssystem des Atlantiks, das warmes Wasser nach Norden und kaltes nach Süden transportiert.
Die Simulationen zeigen: Ab CO₂-Konzentrationen von 350 ppm erholt sich die AMOC nach einem Zusammenbruch nicht mehr. Die aktuelle CO₂-Konzentration liegt bei rund 430 ppm — weit über dieser Schwelle.
Höhere CO₂-Konzentrationen verändern die Stabilität der AMOC grundlegend und drängen das System in ein bistabiles Regime
— Da Nian (PIK, Erstautor)
Der Südozean kippt von Senke zur Quelle
In allen Szenarien führt der Zusammenbruch zu 0,17–0,27 °C zusätzlicher Erwärmung durch massive CO₂-Freisetzung aus dem Südozean.
Die Temperaturänderung wird durch eine große Kohlenstofffreisetzung aus dem Südozean angetrieben, verursacht durch verstärkte Durchmischung
— Matteo Willeit (PIK, Co-Autor)
+6 °C in der Antarktis, -7 °C in der Arktis
Regionale Temperaturverschiebungen sind noch dramatischer. Bei 450 ppm steigen die Temperaturen in der Antarktis um 6 °C, während sie in der Arktis um 7 °C sinken.
Der Ozean war unser größter Verbündeter
Der Ozean war unser größter Verbündeter und hat ein Viertel der menschengemachten CO₂-Emissionen absorbiert. Unsere Studie zeigt, wie ein AMOC-Zusammenbruch den Südozean von einer Kohlenstoffsenke in eine Quelle verwandeln könnte
— Johan Rockström (PIK-Direktor, Co-Autor)
Mehr zur Ozeanumwelt: ‚Ozeanerwärmung verändert den Stickstoffkreislauf der Archäen.'
Anmerkung des Autors: ‚Der Ozean war unser größter Verbündeter' — das trifft hart, wenn die Studie davon handelt, dass dieser Verbündete sich gegen uns wenden könnte.
Irreversibel ab 350 ppm, wir stehen bei 430. Die Zahlen allein sagen: kein Zurück.
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