180 Fussballfelder Korallenriff lagen verborgen vor Uruguay. Über 30 mögliche neue Arten und chemosynthetische Röhrenwürmer

Ein 'unerwartetes' Korallenriff vor Uruguay
180 Fussballfelder. 300 Meter tief.
Die Korallenriffe vor Uruguay widersprachen jeder Vorhersage. Sie sollten kleiner sein, zerbrechlicher. Stattdessen fand das Team einen 1,3 km² grossen Riffkomplex mit 40 Meter hohen Hügeln.
Es war die 100. Expedition des Schmidt Ocean Institute. Ein internationales Team erforschte 29 Tage lang Tiefen von 198 bis 2.415 Metern.
Kaltwasserkorallen bauen einen 'lebenden Berg'
Der Riffbauer ist Desmophyllum pertusum, eine langsam wachsende Kaltwasser-Steinkoralle, kürzlich als gefährdet eingestuft.
Dennoch gedieh sie hier in diesem Ausmass. Gemässigte und subtropische Arten lebten nebeneinander. Der Brasilstrom bringt wärmeres Wasser und scheint diese Vielfalt zu stützen.

Über 30 mögliche neue Arten
Die Artenliste liest sich wie ein Best-of der Tiefsee. Dumbo-Oktopus, Dreifussfisch, Blasebalgfisch. Alle Tiefsee-Klassiker, versammelt.
Dazu über 30 Organismen, die neu für die Wissenschaft sein könnten. Eine Bambuskoralle aus 2.415 m Tiefe gehört dazu.

Chemosynthetische Röhrenwürmer an einer Methanquelle
Direkt neben dem Korallenriff wurde eine Methan-Kaltsickerquelle entdeckt.
Dort lebten chemosynthetische Röhrenwürmer (Lamellibrachia victori). Organismen, die ohne Sonnenlicht überleben. Korallenriffe und chemosynthetische Ökosysteme so nah beieinander zu finden ist selten.

Was die Forscher sagen
Wir erwarten immer das Unerwartete, aber die Vielfalt und Komplexität dessen, was wir fanden, übertraf all unsere Erwartungen.
— Dr. Alvar Carranza (Chefwissenschaftler)
Die Riffe, die sie entdeckt haben, sind unglaublich.
— Dr. Erik Cordes (Temple University)
Zur Schmidt-Ocean-Expedition in Argentinien: 'Vatikan-grosses Korallenriff und Geisterquallen.'
Anmerkung des Autors: Ein 1,3 km² grosses Korallenriff, völlig unentdeckt. Das allein ist umwerfend.
180 Fussballfelder Korallen, still gedeihend in 300 Metern Tiefe vor Uruguay.
Die Erkundung des versunkenen Zerstörers ROU Uruguay hat mich auch neugierig gemacht. Könnte ein 1995 gesunkenes Kriegsschiff heute Tiefsee-Lebewesen beherbergen?
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