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Eine Zeitkapsel in 3.000 m Tiefe — Megalodon-Zähne erstmals in situ entdeckt

Quelle: Ocean Exploration Trust / E/V Nautilus — Finding Fossilized Shark Teeth in the Deep SeaOriginal lesen →
Fossiler Megalodon-Zahn aus der Tiefsee. Bild: Ocean Exploration Trust

Ein Riesenhai von vor 3,5 Millionen Jahren

Spuren eines vor 3,5 Millionen Jahren ausgestorbenen Riesenhais lagen in 3.000 Metern Tiefe auf dem Meeresboden.

Otodus megalodon. Geschätzte Länge: über 15 Meter. Haiskelette bestehen aus Knorpel und fossilisieren selten, aber Zähne sind anders. Haie verlieren ständig Zähne, die sich auf dem Meeresboden ansammeln.

Erstmals in situ in der Tiefsee entdeckt

2022 barg der ROV Hercules des E/V Nautilus einen fossilen Megalodon-Zahn nahe der Johnston-Einheit des Pacific Remote Islands Marine National Monument. Tiefe: über 3.000 Meter. Es war die erste dokumentierte In-situ-Entdeckung eines Megalodon-Zahns in der Tiefsee.

Vom E/V Nautilus geborgener fossiler Megalodon-Zahn. Credit: Katherine Kelley
Fossiler Megalodon-Zahn. Credit: Katherine Kelley

Zuvor wurden fossile Haizähne aus der Tiefsee durch Schleppnetze geborgen — ohne genaue Positionsdaten. Die ROV-Entdeckung löst dieses Problem.

Ferromanganablagerungen zeichnen Zeit auf

Zähne, die lange auf dem Tiefseeboden liegen, werden von Ferromanganmineralen überzogen. Die Beschichtung wächst etwa 2,5 mm pro Million Jahre. Ihre Dicke verrät, wie lange der Zahn dort lag.

Weltkarte der Megalodon-Zahnfossil-Funde. Credit: Pollerspöck & Straube 2023
Verbreitung der Megalodon-Zahnfunde. Credit: Pollerspöck & Straube 2023

Während der NA176-Expedition 2025 wurden auch in Cook-Islands-Gewässern in über 5.100 Metern Tiefe fossile Haizähne gefunden.

Was Zähne auf dem Meeresboden verraten

Megalodon-Zähne haben gezackte Kanten, ähnlich wie beim Weißen Hai. Das deutet auf ein vergleichbares Jagdverhalten hin. Hinweise auf die Ökologie des ausgestorbenen Riesen schlummern möglicherweise noch in unzähligen Exemplaren auf dem Meeresgrund.

Fossiler Megalodon-Zahn im URI-Labor. Credit: Katherine Kelley
Fossilzahn in der Analyse. Credit: Katherine Kelley / Ocean Exploration Trust

Mehr Tiefseefunde: ‚CCZ-Tiefsee: 24 neue Arten einschließlich einer neuen Überfamilie'.

Anmerkung des Autors: Dass die Ferromangandicke ein Alter verraten kann, hat mich verblüfft. 2,5 mm pro Million Jahre. Zeit lagert sich buchstäblich als Schicht auf der Oberfläche ab.

Der Gedanke, dass diese Zähne 3,5 Millionen Jahre unentdeckt in der Dunkelheit der Tiefsee lagen, ist leise überwältigend.

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深海ログ編集部

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